handwerkliche Arbeitsleistungen sind im Bund üblich. 50% des Beitrages können von Minderverdienern erarbeitet werden.
Für zusätzliche Spenden können wahrscheinlich Spendenquittungen ausgestellt werden. Da unser e.V. gerade gemeinnützig geworden ist, ist das nahe liegend.
04. Zeitschriften
"wandervogel" (wv) (Bundesschrift des wv ev) erscheint z Z 6 x im Jahr - Abo E 20 p.a.
Sie ist dem Folkmagazin beigeheftet, um Kosten zu sparen.
Die Bundeszeitschrift Wandervogel hat 5 Gründe:
1. Den Bund darzustellen2. Neue Gedanken vorzustellen
2. Über Taten, Fahrten, Feste zu berichten
3. Einzuladen
4. Einnahmen für den Bund zu bekommen.folkmagazin . Schrift für Leben, Musik, Völker, Folklore
6 x im Jahr meist zum 1. der geraden Monate – Abo: € 20
05. Werkkreise
Bundeskreis – Bundesangelegenheiten + Termine + Festgestaltung + ReferentenFeuerkreis – Philosophieren + Frieden + Völker Greifenkreis - Lieder + Tänze + KulturStiefelkreis - Wandern + Fahrten + Länder + FahrtenberichteLukullkreis - Festtafel + Essen + Trinken + Tschaizeremonie
06. Greifenheim am Rabenhof in Lüttenmark
Mit Tanzsaal, Holzjurte, Feuerplatz, Zimmern, 2 Gruppenräumen, Schlafrauf, Duschen, Tanzplatte, Außenbühne auf Pferdewagen etc.Lage direkt an Feldern, Bademöglichkeit 300 m in der Boize, 300 m Wendengraben (ehem. Grenze zwischen Slawen und Germanen) und ca. 400 m von der Eiszeituferkannte der Elbe entfernt.
07. Jahresfahrten und – Bundestreffen
Neben den Fahrten und Wanderungen in kleinen Kreisen von Bundesmitgliedern und Eingeladenen im In- und Ausland haben wir 7 feste Jahrestreffen: 01 Störtebekerfest – Februar, 02 Hamburger Singwettstreit, 03 Tanz in den Mai und Walpurgisnacht (FFF), 04 Mittsommertreffen – Erdbeerfest, 05 Erntetreffen – Heidschluckerfest, 06 Herbstfest – Sam Hain, 07 Waldweihnacht.
08. Wandervogel-Liederhefte
Nachdem es in den 20er Jahren in vielen Gegenden Deutschlands Liederhefte mit regionalen Volksliedern gab, entstanden viele neue Lieder im und um den Wandervogel, mit Liedern, die teils in Schulliederbücher Aufnahme fanden und nun nur noch schwer oder nicht mehr erhältlich sind. Wir haben deshalb mehreres eingescannt oder neu verlegt. Treffen des Wandervogels sind meist Jahreszeitenfeste. Deshalb gibt es nun in unserem Bund meist Jahreszeiten – Liederhefte, die in kleiner Auflage erscheinen und öfter neu aufgelegt werden.Bestellbar je € 5 per Post einschl. Versand für Bundesmitglieder.01 Frühlingsheft 02 Sommerheft 03 Herbstheft 04 Winterheft05 Kleiner Greif – Unsere wichtigsten Lieder06 Störtebeker – Liederheft – für Wandervogelfasching Störtebekerfest07 Reprint: Wandervogel – Weihnachtsheft 1920
09. Wandervogel – Präambel aus wv 10
WV Präambel Unsere Präambel ist Ausdruck der heutigen Zeit. Sie ist noch nicht endgültig festgeschrieben, sondern noch in der Entwicklung. 1.WV tritt ein für Frieden, Völkerverständigung, Abrüstung, Entmilitarisierung und Entgiftung, Naturerhaltung, lebendige Traditionen und Erneuerung des Schulwesens mit mehr an Seelenbildung.. 2.WV fördert Gruppenleben, Wandern, Singen, Musizieren, Tanzen, bildnerisches Gestalten, Komponieren, Texten, Fotografieren, Filmen, Bauen, neue Festkultur und Wohnkultur undogmatisch und ohne Zwang. 3.WV ist Bund für Jung und Alt, für Frauen und Männer, für Deutsche und Nichtdeutsche und hat schon Kontakter für Treffen und Gruppenbildung in mehreren Gegenden. WV baut auf die Meißnerformel, lehnt zu Einseitiges, Extremes und Überschnelles ab,sieht sich als Chance + Brücke zwischen Realität + Frühromantik.
10. Sprüche des Bundes
Bundesspruch: „Neues entwickeln - Bewährtes kultivieren – Altes wiederentdecken!“ Weitere wv-Sprüche: “Tradition ist nicht, Asche aufheben, sondern den Funken weitertragen“ (Richarda Huch) „Lass los, was nichtig, bewahre, was wichtig, gib weiter, was richtig!“ „Unser Kennwort will die Weite, in der Weite wächst das Leben, Leben gibt uns das Geleite, sich zu finden, sich zu geben.“ „Heimat geht in die Tiefe!“’ „Gemeinschaft ist nicht Summe von Interessen, sondern Summe von Hingabe.“ (Saint Exupéry). „Es ist nicht Altes zu erstreben – Was immer gilt, das ist zu leben!“ „Leben + Gestalten, nicht nur Geld + Konsum!“ „Auge gegen Auge heißt blind machen“ (Gandhi) Ein Tag, an dem nicht gelacht wird, ist kein Leben. Wenn dir’s im Kopf und Herzen schwirrt, was willst du bessres haben? Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben (Goethe). Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wem die Rüstung, und wem die Abrüstung nützt. (Erika Runge) Es gibt nichts gutes, außer man tut es! Der Narr tut, was er nicht lassen kann, der Weise lässt, was er nicht tun kann (China), Lächle, und die Welt lächelt zurück (China), Das nächste Projekt ist das schwerste! (wv), Bedenke Mensch, dass das Leben zu kurz ist, um immer das selbe zu tun (Francis Bacon) Die Gesellschaft honoriert meist den Stillstand, das Bekannte, und nicht die notwendige Weiterentwicklung. Das ist eine doppelte Gefahr der Menschheit (hh)Jeder dient dem anderen, und indem wir dienen, werden wir frei. (Artus)
11. Wandervogel – Grundsatzartikel----- aus wv - Bundesschriften bzw. Arbeitspapieren
11.01 Leitartikel: Wandervogel heute
11.02 Der Wandervogel ist ein Bund
11.03 Wandervogelbund konkret
11.04 Wandervogelbund: Freiheit und „Wir“, Bund und Zukunft
11.05 Mammut-Leben im Bund
11.06 Vorwärtsleben im Bund für Erwachsene
11.07 Leben
11.08 Zum Wandervogel – Gedenken und Gedanken
11.09 Wandervogel-Zukunft
11.1.Leitartikel: Wandervogel heute
Wenn ich mir die Zeitschriften der Bünde heute ansehe, so sind sie einerseits teils gute Kinder- und Jugendzeitschriften, andererseits Zeitschriften des Bildungsbürgertums mit naturnahen Artikeln Wenn ich mir die Zeitschriften der Bünde ansehe, so sind es einerseits teils gute Kinder-. „Idee & Bewegung“ sowie „stichwort“ sind darüber hinaus Ausnahmen, die auch „Wandervogel und Jugendbewegung“ nicht am Horizont verschwinden lassen, wert, im Wandervogel detaillierter besprochen zu werden. Dennoch geht es mir um mehr. Die engen, gestrigen Ideologien wie Nationalismus, Sozialismus etc. sowie bestimmte Religionen und Kirchen treffen und unterstützen nicht das, was den Wandervogel ausmacht
11.2. Der Wandervogel (ev) ist Bund, der Tiefe im Menschen mit Weite der Welt in Gemeinschaft verbindet, Erde, Völker, Frieden und Frei-heit liebt und fördert.
Traum, Sehnsucht und Wunsch zu den Quellen, den kleinen Schönheiten am Wege, der schätzenswerten Erlebnissen der Tage und Nächte sowie die herausragenden Erlebnisse in der Gruppe, zu Zweit, allein gilt es zu klären, zu deuten, auszubauen. Dadurch kann der Alltag mit seiner Routine zum wertvollen Tag werden. Ebenso geht es darum, die Welt zu erfahren, kennenzulernen, zu erkennen, die nähere Region wie auch ferne Länder und dabei die Völker der Welt mit ihren Eigenheiten, Bräuchen, Heiligtümern, lebendigen Traditionen schätzen und lieben.Dabei gilt es dennoch realistisch zu bleiben mit den Füßen auf unserer liebenswerten und schützenswerten Erde und dennoch sich vorwärts zu träumen, nach den Sternen zu greifen, die „Blaue Blume“ zu gewinnen. Wer diese Grundhaltung von Jung auf an erlernt und anstrebt, gewinnt Durchsetzungs-, Gruppen- und Führungsqualitäten, fördert psychische und körperliche Gesundheit durch das Unterwegssein im Freien und hat es leichter, sich aus vielleicht engen oder wenig begüterten familiären Verhältnissen zur Selbständigkeit zu entwickeln und Lehraufgaben zu übernehmen. Treffen, Wanderungen, Feste, Familien, Gruppen, wv-heim, Schriften, Liederhefte, Bigbandmappe des Wandervogel fördern in guter Atmosphäre Musizieren, Singen, Tanzen, Festtafeln, Feiern, das Integrieren von interessierten Neuen. Der Kreis gleichberechtigter Junger und Alter auf dem Berg, am Steinkreis um den Festbaum, im Burghof, um die Festtafel, bei Fest, Wandern und Verabschieden ist uns Form der Verbundenheit und Nähe im Bund. Das Bundeslied „Wir wollen zu Land ausfahren“ verinnigt mit zu Herzen gehenden Worten das, was hier steht. hh 3.Wandervogelbund konkret Viele Nachkriegs-Wandervogel-Bünde haben sich die Protestphasen des Wandervogels zueigen gemacht und sich nicht laufend auf die gesellschaftlichen Situationen und wandelnden Bedürfnisse der Jugendlichen und Älteren eingestellt. Allein Horten-Konkurrenz trägt nicht auf Dauer und reizt nicht zum Weiterbau. Romantik allein genügt auch nicht. Wenn Bünde keine konkreten Themen besetzt haben, fehlt ihnen ein Kern. Die Pfadfinder haben mit ihren Formen, aber besonders mit ihren Stammesprinzipen der gegenseitigen Hilfe. Das baut an Orten weiter und das kenne ich in kleinem Maße nur vom Wandervogel aus Gehrden bei Hannover. Einige freie Bünde haben es konkreter gemacht. Besonders die Waldjugend mit dem Thema Wald, dann die Freikörperkulturjugend, die ReformjugendUnser Wandervogel-Bund schließt sich einer konkreten Zielsetzung an mit Folklore (Lied + Tanz + Musizieren + Jahresbrauch) einerseits und mit Humanität (freiem völkerverbindendem Friedens- und Naturschutz) andererseits und beides in freier und guter Atmosphäre. Natürlich gehören Fahrt, Treffen und Freundschaft wie Jurten, Feuer, Ritualien bei uns auch dazu. Allerdings nicht mit großem Führerbrimborium, ohne Gleichmacherei und verstaubte Vokabeln.Die meisten Bünde haben noch immer die Schwierigkeit, dass ihnen Ältere verloren gehen. Das ist bei uns fast nicht der Fall und hat seinen Grund in folgenden Punkten: 1.Die Älteren werden als Menschen, als Erwachsene behandelt. 2. Sie können sich voll einbringen.3. Sie erfahren eine gute Atmosphäre und können auch kleinere Kinder mit einbringen. 4. Sie haben Freiheit, ihre Bedürfnisse zu leben, doch gegessen wird gemeinsam. Diese Voraussetzungen bringen es mit sich, dass Ältere gern dabei sind, zumal sie mit den Jahren die freie und schöne Atmosphäre auf dem Wandervogelgelände wie bei den beiden großen Burgen- und Hoffesten schätzen gelernt haben.Die Gegenwart kommt Jung und Alt mit einem Alternativ-Trend entgegen, der es anbietet, nicht mit der Masse zu schwimmen, sondern Natur, Kultur, Freundschaft und Menschlichkeit hoch zu halten. Aktuelle Formen für Kinder- und Jugendgruppen sind neu zu entwickeln. Durch das Wachsen des Bedürfnisses nach Individualität, durch sich verstärkende Aufläsen von Partnerschaften, Familien, Freundschaften, Gemeinschaften braucht es Gruppen, die dem Bedarf nach Freiheit und Offenheit entgegenkommen und dennoch Identifikations- und Engagementmöglichkeiten, Vertrauen und gute Atmosphäre bieten. Und wer das nicht mehr kann sollte die Möglichkeit bekommen, dies in unserem Wandervogelbund zu lernen und zu verwirklichen. Als Wandervogel zu leben und sich und andere zu heilen ist ein langes Experiment. So wie der Wandervogel Unfreiheiten wie Wehrpflicht, Ruhigstellung im Altersheim, Zwangszuweisung zu Schulen, Numerus Klausus, Bomben- und Giftproduktion und –Handel, Kirchensteuern und Privilegien für Großverdiener und Menschenunwürdigkeiten in aller Welt ablehnt, so ist er für die Grundwerte der Meißnerformel mit freier Selbstbestimmung vor eigenem Gewissen und in Selbstverantwortung in altersgemäßen Formen und für lebendige und offene Regionalkulturen für alle Menschen. Wer dazu auch steht, sollte sich entscheiden, im Wandervogel mitzuwirken. hh 05/2002
11.3.Wandervogel konkret - siehe Aktuelle Meldungen
11.4. Wandervogel: Freiheit + „Wir“, Bund + Zukunft (nach „wv 19“, Dezember 2000)
Zur Geschichte ist nun einiges geschrieben und getan. Es wurde festgestellt, daß es den e.V. schon vor der großen Einigung gab. Und doch wird hier im wv Geschichte heute weniger betont. Wer sich damit beschäftigen will, kann unser Archiv benutzen. Da ist eine Menge sehr interessantes an Büchern, Zeitschriften und Liederbüchern zu finden. Es wird auch antiquarisch jetzt nur noch einiges dazugekauft, einige Zeitschriften und die Bände 2 und 3 von Werner Kindt. Dann ist unsere Grundlage komplett und wohl die größte wv-Sammlung in Mecklenburg-Vorpommern.
Wv hat über 100 Jahre Vergangenheit – nicht nur mit Stärken. Einiges davon wird heut zu Recht als Mangel gesehen: Die Fragen von Langemarck, das stille Aufbäumen gegen das deutsch-nationale Kaiserreich, die Stellung gegen den herrschenden Individualismus + gegen das Wohlstandsdenken. Sie machen es dem Rest der alten und dem kleinen Kreis der neuen wv nicht leicht, neue, attraktive Formen und Gedanken zu finden, zu leben und bekanntzumachen.
„Wandervogel, wohin wanderst du, derweil meine Gedanken fern sind von dir? Auf was für sonderbaren Wegen werde ich dich suchen müssen, wenn ich dich wiederfinden will? – Was habt ihr denn immer mit eurer Eigenart! Was hängt ihr die denn immer an die große Glocke? Was nehmt ihr denn so groß Worte in den Mund! Besteht nicht diese Eigenart vielleicht in kindischem, wertlosen Zeug? Leicht wird ein Ehrgeiz daraus, der nur Scheinfrüchte trägt. Gerade die Besten werden still werden.“ (Nora Feichtinger 1917 - aus 50 Jahre Österreichischer Wandervogel)
Über wv Zukunft und Weiterentwicklung ist natürlich nachzudenken. Der Artikel von 1917 bezweifelt wv als einen unrealen, aufgeblähten Traum und bestätigt die als die Besten, die nichts dazu sagen, sondern still sind und schweigen. Wer schweigt macht keine Fehler, hört oft auf zu denken und verzichtet meist auf Glück. Unbesprochene Romantik verkümmert oft zu Luftschlössern. Das, was nicht sagbar ist, wird gern besungen. Vielleicht deshalb bei vielen im wv die Liebe zu Liedern? Und Realität allein ist nüchtern, kalt und materiell. Das läßt sich kaum dauerhaft besingen. „Vorwärtsträume bergen die Herausforderungen, sind Vorboten notwendiger Inszenierungen, beflügeln die Herzen, geben Impulse Leben und Einsamkeit zu meistern.“
Für mich ist der Gedanke der Meißnerformel: „Das Leben vor eigenem Gewissen mit innerer Wahrhaftigkeit und eigener Verantwortung selbst zu gestalten“, wichtig und lebensbestimmend geworden, daß ich denke, den durch diese tägliche Praxis gewonnen enormen Reichtum weitergeben zu mögen. Und dieser Wunsch überwog meine Kritik an den früheren wv - Schwächen bei weitem und selbst das „nicht gerade reizvolle Image“ daß wv aufgrund seiner Geschichte bei vielen hat.
Als der wv neugegründet war, wurde deshalb für mich wichtig, daß einiges neu zu bedenken wäre. Deshalb stand am Anfang die Mühe, neue „Leitgedanken“ zu formulieren und die Gedanken für „Frieden, Freiheit, Humanität und Völkerverständigung“ dem neuen Bund glaubwürdig voranzustellen.
Doch selbst von meinen Freunden, die in vielem ähnlich wie ich denken, werden noch vorsichtig Zurückhaltung, Zweifel und Unsicherheit geäußert. Die Meißnerformel läßt jedem Freiheit, da sie sich den individuellen Bedürfnissen anpaßt und kann deshalb von jedem, der sein Leben bewußt leben will, akzeptiert werden.
„wv ist keine Ideologie, sondern eine Lebenshaltung.“
„Bei vielen wv und vielen Freunden besteht klar der Wunsch, nicht einfach eingemeindet, „eingebündigt“ zu werden, als „Wir“ deklariert, zu Äußerlich-keiten mit Kluft, Kleidung und aufgezwungenem Verhalten geschurigelt zu werden. Deshalb ist es für die meisten Interessierten wichtig, daß das „Wir“ nicht leichtfertig gebraucht wird. Auch ich kenne dieses Gefühl gut und lasse mich nicht gern vereinnahmen. Es ist ein Weg zu gehen, der einerseits „bündigt“, innere Isolation überwindet, Nähe schafft, ohne dabei die Freiheit des Einzelnen zu schmälern und die Würde zu beeinträchtigen.
Priesterschaft wird nicht mehr anerkannt. Anspruch bleibt jedoch, Menschen zu bewegen und zu berühren. Die „neue Leere in Gesellschaft und Menschen“ wird nicht akzeptiert. Es gibt das Bedürfnis, das entstandene Vakuum zu orten und auszufüllen mit Kunst und Natur, mit Verstand und Magie, mit Bau und Fest, mit Lied, Tanz und Zeremonie, mit wv.
Die lebenden Freunde sind wichtiger, als die eigenen Toten. Die großen Utopien sind menschenverachtend. Wichtiger als das „Wir“ ist das Individuum, ist, daß jeder Mensch würdig leben kann. Und wichtiger als jede weltverbessernde Utopie ist die eigene Lebenshaltung und das Vertrauen untereinander.
Der wv wächst langsam aber kontinuierlich. wv-zeitschrift, FolkMagazin und wv-netz im Internet tragen dazu bei Gedanken, Lieder, schöne Treffen bekanntzumachen. Und hier –ebenso wie beim Ausbau des wv-heims - kann gesagt werden, daß die Atmosphäre freudebringend und freundschaftlich ist. Das führt zu Mundpropaganda und damit auch zu neuen Interessierten, die dann gern dabeisind und wiederum weitere gern einladen.
Thematische und berichtende Artikel aus dem Bund gibt es weiterhin. Ebenso die Termine. Der wv wird ausgebaut mit Grafik, Lied und Jahreszeitenartikeln von Mitgliedern, gern auch in Dialekten oder auf Platt. Dazu sei auch Du herzlich eingeladen, und lade auch Du dazu ein.
Kraft gewinnt der wv nur aus der Summe der Gedanken, Reden und Taten der Mitglieder. Wenn Du für die wv sprichst und wirbst, trägst Du dazu bei.
hedo holland – sprecher des wv
11.5. Mammut-Leben im Bund
Wir sind uns darin wohl alle einig mit dem Vorzeichen „für völkerverbindenden Frieden“, die Gemeinschaft in unserem freien, nicht einengenden Bund für Jung und Alt zu stärken. Das setzt zwei Wege und Denkrichtungen voraus: Einerseits nach Außen das Engagement für völkerverbindenden Frieden und nach Innen das Stärken unseres jungen Bundes.Wir wohnen zumeist weit voneinander entfernt. Gemeinsames Demonstrieren für eine bessere Umwelt, für Frieden in einem Land oder gegen Atomkraft ist also nicht so leicht und nahe liegend. Nur zu tönen, ist auch nicht so sehr das Ding, Schwierig haben wir es, weil die Staaten heute von einem überholten und veralteten Profit - Kapitalismus beherrscht werden, Da es uns recht gut geht, besonders in Deutschland und drumrum, meinen die meisten, so weiter leben zu können, wie bisher. Und die, die die Gefahr erkennen, drohen zu resignieren. Dennoch vermehren sich die Knackpunkte auf mehreren Ebenen: 1. Die Erderwärmung fordert einen Kampf zur Erhaltung der Erde heraus. Autos, Flugzeuge, Fabriken müssen so gebaut werden, dass sie emissionsfrei sind, und bis das passiert, muss es mehr Windräder, Solarenergie und Wasserenergie geschaffen werden, statt Vergiftung und Erosionen voranzutreiben..2. Das veraltete Militärdenken mit seiner Industrie schafft Bomben, Gifte, Waffen und Flugzeuge mit einem Aufwand, der dringend eingeschränkt werden muss, um das Geld für Friedensbemühungen und Nothilfen einsetzen zu können. 3. Die wahnwitzigen Börsenspekulationen mit nicht vorhandenen Waren haben nicht nur kleine Anleger, sondern auch Bank- und Versicherungsriesen in den Ruin getrieben. Dass Geld erst richtig interessant ist, wenn es arbeitet, wird von den meisten anerkannt. Hemmungslosigkeit ist auch hier nicht der richtige Weg.4. Schulen und Elternhäuser werden hilfloser, wenn ein schwachsinniges Fernsehen Trendsetter für die Kinder ist und Medikamente, Konsumverhalten, Freizeitgestaltung und Lernanreize propagiert, die reziprok zu menschlich – fortschrittlichem Erziehen steht, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt, der sein Leben vor eigenem Gewissen selbst gestalten will. Gegen all das zu steuern, ist eine Mammutaufgabe. Wir müssen Mammuts sein, gegen den Schwachsinn, Hemmungslosigkeit und .überholte Strukturen. Da kommt es auf jeden von uns an. Zum einen, um gegen diese vier Knackpunkte zusammenzuhalten und Strategien zu überlegen, zum anderen auch ganz natürlich da anzusetzen, wo wir unsere Stärken haben. Das sind:1. Unsere schönen Treffen mit Lebensfreude beim Singen, Musizieren, Tanzen, Feiern und Ritualien für uns und die Kinder.2. Das Spenden und Bauen für eine bessere Infrastruktur fürs Wandervogelheim, für die Zeitschrift, die Hausseite (Homepage) und für die Werbung und Stärkung des Bundes.3. Das Beschäftigen mit dem, was bei uns – in unseren eigenen Familien - bedroht ist, dem Singen und Feiern, vielleicht auch dem mundartlich Regionalen und auch dem bedrohten Plattdeutsch.Es geht um unsere Erde und ihren Fortbestand, darum, dass unsere Kinder zu Persönlichkeiten werden können, es geht auch darum, dass wir unsere Vereinzelungen (und damit Selbstschwächungen) überwinden. Allein ist das für diese Grundeinstellungen nötige und stärkende Milieu wohl kaum zu schaffen. Und deshalb geht es auch hier besonders darum, unseren Bund zu nutzen und zu stärken, und Neue, Interessierte, ähnlich Eingestellte an unseren Wandervogel e.V. heranzuführen. hh
11.6. Vorwärtsgedanken für Erwachsene 1 – 2005 - 091 “Wandervogel – Leben heute“
Im Wandervogel verstehen viele das Leben als Lern- und Wanderweg und nicht als Ideologie. Wenn einer wie ich etwas sagen möchte oder gar „zu sagen hat“, dann bietet er es dar, wie eine Trinkschale von zwei geöffneten Händen nebeneinander, um es wie ein Geschenk darzureichen. Jede kann nehmen wann, wie und wie viel sie will und niemand wird gezwungen. Wer wachen Auges und wachen Herzens ist, wird diese freundschaftliche und unaufdringliche Haltung verstehen und als angenehm empfinden. So geht die Kunde vom „Wandervogelleben“ von Mund zu Mund. Manche sind gerade ganz offen und kommen frei zu unseren Treffen. Andere weniger Mutige werden von Freunden mitgebracht. Und wer dabei ist, wird die freundliche, gastliche, ungezwungene Atmosphäre im Wandervogel zu schätzen wissen und ihr spezielles Können und ihre Wünsche gern einbringen. Jede wird gebraucht. Und jede hat ihr eigenes Leben und Wirken selbst zu bestimmen oder das zu lernen. Wer in der Stadt lebt ist nahe an der Kultur und nimmt die Kulturentwicklung oft nicht klar wahr, andererseits verliert er auch oft den direkten Kontakt zur Natur. Wer auf dem land lebt hat die Natur vor der Tür, sieht sie oft nicht und entbehrt außerdem der Kultur. Das sind einseitige Zugzwänge, die denen auch Wandervögel, die täglich ihr Leben etwas selbst gestalten wollen, unterworfen sind. Sie haben werden dann auch zu einer eigenen Definition lebensnaher Natur und Kultur tendieren und Umsatz- und Konsumtendenzen hinten anstellen.Wer aus innerem Bedürfnis das Singen, Tanzen, Musizieren für sich selbst fördert, stellt mit der zeit für sich und seine Familie fest, dass Lebensfreude und Gesundheit eng zusammenhängen. Tänze und Lieder sind bei einigen Gelegenheiten zu zelebrieren als Lied-Tanz-Gebet und schaffen dann eine Kraft, die sich in einer seelenverwandten Gemeinschaft verstärkt. Deshalb ist uns der Wandervoogel so wichtig. Es gibt (neben ein paar Öko-, Gemeinde und Steiner-Gruppen) in Deutschland kaum eine so überzeugende Alternativkreise wie die folklorehaften Wandervögel.Wer ehrlich zu sich selbst steht, von den Grundfragen des Lebens ausgeht, sein Leben täglich zumindest ein wenig selbst gestaltet und das jahrelang, der sucht einerseits die Quellen und andererseits die ähnlich eingestellten Seelenverwandten, die auch ihren Weg gehen. Und gemeinsam zu gehen, zu wandern, ist anregender, fruchtbringender, fröhlicher, gesunder. Der Weg ist das Ziel. Das Wandern gehört dazu. Auch in der ständigen bereichernden Anregung zwischen Stadt und Land, heute kommunikativ und im Gedankenaustausch gefördert durch unsere alternativen Nischen im Internet.Der Wandervogel nimmt gesellschaftliche Gegebenheiten oft nicht ohne weiteres hin. Er wirft sein mühsam erworbenes Geld nicht zum Fenster hinaus, sondern beschäftigt sich mit den beiden ursächlichen Bedeutungen von Geld, dem Verdienen und Ausgeben einerseits und der Kapitalvermehrung und Verzinsung andererseits. In der Gesellschaft haben viele davor Angst. Dass die Zinswirtschaft und Kapitalvermehrung einschließlich des Bank- und Versicherungswesens eine einseitig, ungerechte Sache ist, muss jedem klar sein. Da daran allgemein nicht ohne weiteres heute etwas geändert werden kann, bleibt nur die Möglichkeit, es für sich klug zu nutzen. Wer nicht sich nicht dauernd intensiv damit beschäftigen will, hat z Z noch die Möglichkeit, sein mühsam Erworbenes am besten in Grundstücken zu investieren oder als stiller Teilhaber nur bei sicherer Anlage bei Vertrauten einzusteigen. Menschen, die in eine andere Schicht aufsteigen müssen, kommen wohl nicht umhin, etwas vom Geheimwissen der Geldwirtschaft zu lernen. Auch dazu gibt es im Wandervogel Lernmöglichkeiten. Das harte Rockefeller – Prinzip zur Geldvermehrung sei hier nur kurz erwähnt. Viele haben nur die Chance, ihren Lebensunterhalt in subalterner Stellung zu erwerben. Um hier weiter zu kommen, bedarf es einer Lebensberatung, am besten mit dem Partner zusammen, die einerseits nicht von Ideologie oder Gewinnstreben bestimmt ist und dennoch vom Grundansatz her ausgeht und kompetent ist. Diese Beratung geht entschieden weiter, als die üblichen, bei denen es meist um Reibereien an der Oberfläche, um unterschiedliche sexuelle Bedürfnisse und Freiheiten oder um verschiedene Lebensziele und Erziehungsstile geht.Wer Gruppen leitet, vielleicht von jung auf an, gewinnt an Fachkompetenz, Durchsetzungsvermögen und Führungseigenschaften und sozialer Kompetenz, so dass sie oder er bald auch in eine berufliche Spitzenfunktion wachsen kann. Das erklärt, weshalb viele aus dem Wandervogel auch noch einmal studiert haben und viele Lehrerin geworden sind.Wer neu zum Wandervogel kommt, muss ja für sich selbst irgendwo anfangen. Der Wandervogel stellt am Anfang in der „inneren Weiterbildung für ihren Lebensweg“ ihr Denken und praktisches Erleben zu Natur und Kultur in den Mittelpunkt. Mit dem Partner nach Feierabend und mit den Freunden am Wochenende werden die verschiedenen Unterthemen dazu sorgfältig bedacht und besprochen. Bei den Wandervogeltreffen ist der „Feuerkreis“ dazu da, in dem über die Welt und Gott philosophiert wird, so dass jeder Grund unter die Füße bekommt. Kleidung – Mode - Wohnen – Wohnraumgestaltung – BauenTöpfern – HolzarbeitenMalerei - FotoSpielen – Theater –Tanzen – Singen – Musizieren - AufführungenErleben – Feuer – Wandern – LänderSoziales – Helfen – NotFamilie – Kinder – ErziehenWeiterbildung – Schulen – Kurse – WochenendenUrlaub und FreizeitPhilosophie - Religion – Glauben - Panreligiösität
11.7. Leben
Mit Saat und Liebe will Leben beginnenNach Ernte und Alter geht es von hinnen.Feuer und Wasser, Luft und ErdenSind Urstoff fürs Wohlsein und fürs Werden. Himmelssterne, Mond und SonneBestimmen den Taglauf mit Arbeit und WonneMonate machen die Tage zum JahrSo wie’s immer sein wird und immer war. Jahre sind rund und können doch enden.Ihre Spitzen sind Sonnenwenden.mittendrin der Herbst mit Reben,der Frühling mit Blumen verschönen das Leben. Sommer bringt Hoffnung und Zuversicht. Winterfreude schenkt Weihnachtslicht. So ist der Sinn der JahreszeitenKraft. Liebe und Hoffnung zu bereiten. Allein ist ein Mensch beim Lebensentfalten.Besser zu Zweit, um es zu gestalten,paarweise ist es ein Nehmen und GebenStützt und bereichert das Lieben und Leben. Freundschaft kann Freude und Hoffnung verbreitenhilft über Klippen und SchwierigkeitenEin guter, kräftiger FreundesbundMacht Leben und Vorwärtskommen rund. Feste im Freundesbund gestaltenmit lieben Menschen, mit Jungen und AltenKlingen die WandervogelliederBringen Lachen und Fröhlichkeit wieder Können Glück, Freude und Hoffnung gebenFür den Tag, für die Nacht, fürs Jahr und fürs Leben.Und das hat vielen zu Tag und NachtWiderstandskraft für den Alltag gebracht. Mit Saat und Liebe will Leben beginnenNach Ernte und Alter geht es von hinnen.Feuer und Wasser, Luft und ErdenSind die Urstoffe fürs Wohlsein und fürs Werden. Lasst uns gut zusammen halten - trotz Unbill und Krankheit das Leben gestalten.. Jahr und Leben friedlich und rund - Freundschaft im Wandervogelbund.hedo holland 7-2005
11.8. Zum Wandervogel-Gedenken und – Gedanken
1.Ideen leben länger, als ihre Realisation. Jugendbünde haben von ihrem je eigenen Ansatz her ihre tragende Idee gehabt – eben in den Gesellschafen, die sie hervorbrachten, die sie nötig machten und trugen, die sie später allein ließen. Eliten vieler Völker leiteten spätere soziale Verwirklichungen von frühen Erfahrungen in jugendlichen Gruppen her, welche sich gegen alt gewordene Strukturen zusammen schlossen und neue Ideale auf ihre Fahren geschrieben hatten, besser: an ihre Wimpel geheftet. Die Reihe solcher jugendlich bestimmter Eliten aus meist westlichen Gesellschaften ist lang, und mannigfache Assoziationen kommen einem in den Sinn, denkt man an europäische Traditionen von fahrenden Minnesängern und Scholaren, Landsknechten, Wanderburschen, Pfadfindern. Eine nicht endende Kette singender, spielender, wandernder, also geistiger Beweg8ungen. „Wir wollen zu Land ausfahren..“. Festpunkte in der Flucht weitschweifiger Gedanken, deren viele sowohl scheu und unbestimmt als auch vielfarbig „romantisch“ und „hehr“ empfindend waren: das Lagerfeuer, das zelt wie die Burg, die einsame Hirtenflöte wie die Klampfe – also die Elemente Klang, Stein, Feuer, Fließendes. Das eben n i c h t Festgelegte, Abstrakte, das war das Genaue, wie ja die Wahrheit durchaus im Ungefähren liegt und nicht im punktuell Fixierten. Aber da trennten sich, nicht nur im WANDERVOGEL, für die Geister. Die Einen wollten weiterhin vorwiegend wandern, singen und spielen, aus sich selbst heraus, „nur so“ sozusagen, ohne unmittelbare Abzweckung und Nutzanwendung, tatsächlich aus urwüchsiger Freude, eben auch an dem Ungefähren, Geheimnisvollen wie Geheimnis Bewahrenden. Die Anderen hingegen erstrebten früh, wenn möglich, bewusste Fixierung auf Regeln und Ordnungen. Das bloße Wandern, wie bei den Vögeln und Fahrensleuten, war ihnen zu vage und ohne Bestimmung. Es ergaben sich aus diesem Kreis der Nutzanwender sehr bald Wertungen. In einem Land, wo eher als anderswo moralische Zensur erstehen will, wo mit einer gern gepflegten Definitionssucht gleich etikettiert wird, hat das frei schweifende Element des sich im Unterwegssein selbstbewussten, sich seiner Freiheit e r f r e u e n d e n Geistes wenig Chance... „Die Gedanken sind frei...“ – oder eben nicht. Dabei klafft hierzulande die Mentalität zuzeiten gern zwischen einer geistig nicht immer verdauten Romantik und sachlich bestimmtem Ordnungssinn, zwischen so genannter Härte plus Exaktheit im Denken (wie notwendig geeigneter Stelle!), und kreativer Intuition stets aufs Neue auf. Jugendbünde bei uns können davon ein Lied singen. 2. Der alte WANDERVOGEL ist tot, wie wir wissen. Neue Vögel schwirren aus fremden Nester um unsere ergrauenden Häupter, leblose Technik liefert in ihrer brutalen Aufdringlichkeit eine den Alltag vollkommen bestimmende Gegenwelt zu den früheren Ideen von Freiheit und selbstloser naturliebe wie auch brüderlichem Menschenverständnis. Alles sei so kalt geworden, sagen so manche alten Wanderkameraden. Zerstreut und verstorben die meisten von ihnen. Zusammenschlüsse der alten Art sind kaum noch möglich. Erinnerungen werden über lang gewordene Jahrzehnte hinweg zunehmend unterschiedlicher interpretiert. Was kann da ( noch ) geschehen? Burgtreffen (Ludwigstein, Fürsteneck u. a. ) beschwören mehr oder weniger mit Engagement die „alte Zeit hinter den Bergen“ heraus, bei einerseits Wiedersehensfreude (Was, dich gibt’s noch?), andererseits Beklemmungen wegen begrifflicher Abqualifizierung. Überspieltes Bauchgrimmen, letztlich, wegen des Unvermeidlichen, des Generationenwechsels. Welche Treffen sind da noch sinnvoll? Schlicht gesagt doch solche, wo die neue Tat den alten Gedanken überholt und fort reißt, wo der Tänzer, Sänger, Spieler, Wanderer eben l o s geht und den „ewigen“ Denker daheim lässt. Und F r e u d e ist der bleibende Motor solcher Kreise, kein Aktionismus. Fragst du, wo man sich da einbringen kann? Am Rande unserer so sehr verwirrenden Gesellschaft mit ihren vielerlei Umbrüchen gibt es lebendige Zellen deren Pulsation mitreißt und Hoffnung ausstrahlt. Auf eine solche stieß ich, Kritike4r und Skeptiker, in dem Kreis um Hedo Holland im mecklenburgischen Lüttenmark. Vom Wander einmal abgesehen, ist es das dort vermittelte Tanz- und Liedgut, welches in seiner frischen Internationalität bereichert, im direkten Zugriff auf bewährte WANDERVOGEL - Traditionen, ohne große Umschweife. Hier scheint mir das neue Lebensgefühl, was immer es auch näher bezeichnen mag, weiterhin noch das alte zu sein. Die oft bemängelte technische Überfremdung älterer gültiger Werte tritt in Lüttenmark nicht als Problem auf. Jurte, lagerfeuer, Tschai - Runde, Chance zum Fabulieren wie zur Kritik, so sie gewünscht wird, - kein Problem. Alles geschieht reichlich spontan und freudevoll. Ist das nun bedenkenswert, oder bedenklich? Wer mit Freude unter mehreren Lebensaltern tanzt, singt und spielt, vom Wander gar nicht zu reden, der sollte doch alles in „Ordnung“ finden, auch im alten WV - Geiste. Wo, bitte, liegt nun das noch Bessere? Kommunikation plus Information o h n e modisch-moderne, virtuelle Hilfsmittel, das ist doch noch mal was. Selbst bestimmten, was mit dem einmalig Eigenen geschieht, und das im Jahre 2001 des Jubliäums vor 100 Jahren. Und nicht durch irgendwelche Medien fremdbestimmt werden ... ist das etwa die neue Idee? Das Lüttenmarker FOLKMAGAZIN gibt Anregungen die Fülle zu einem selbstbestimmten musischen Leben. Inder Bundesschrift des WV Nr. 20 vom 4. Mai 2001 kritisiert nun Gerhard Neudorf eben empfundene Begrifflichkeit. Vergisst Gehrard eventuell, dass in Lüttenmark eine neue Zelle noch in den Anfängen vibriert, und es daher völlig unangezeigt ist, sie mit der Last einer „gerechten“ Verarbeitung der alten WV - Ideale zu befrachten? Keimt neuer, ideologischer Streit auf? Er beginnt bekanntlich schon im Dissenzen um überkommene Begriffe (s. oben) und bleibt meistens in ihrem Sumpf stecken, - während andere weiter tanzen und singen... Hedo soll nun alles zugleich initiieren, größere Wanderungen, Seminare (!) mit Friedenskämpfern, eine stilistisch gediegene Zeitschriftenredaktikon, ein WANDERVOGEL - Archiv, die Aufarbeitung deutscher Geschichte... Spätestens ab hier soll nach Gerhard Neudorf wohl ein politisches Forum her – gar ein Tribunal? Da haben wir es anscheinend wieder. Während die wirklich Bewegten draußen tanzen und lachen, sind die Gewissensstreiter längst in den Abgründen ihrer ideologischen Bergwerke verschwunden, wo jeder fleißig seine eigene Röhre bohrt. Möge er für sich fündig werden, auch Gerhard. Aber Lüttenmark! In diese noch kleine Mark mit ihren möglichen Verheißungen, - dahin sollte einer mal seine Wandervogelflügel aufschwingen. Ernst Machtan, Köthel in Lauenburg (Schleswig – Holstein), 22. 5. 2003
11.9. Wandervogel – Zukunft
Wie wir sehen, bekommen wir so wie wir den Bund aufbauen, die Jugend nicht zu uns. Wir bauen so auf, wie wir es vor 50 Jahren gelernt haben und begeistern uns für das, was wir für richtig halten, richtigen uns aber nicht im geringsten nach den Wünschen der heutigen Jugend. Begeisterung, Langatmigkeit und Beharrlichkeit reichen heute nicht mehr. Der Traum von der großen, kulturellen Familie von Jung und Alt ist nur noch begrenzt möglich. Die uns verwandten und oft nahe stehenden Pfadfinder sind angepasster. Auch wenn unser ihre nüchternen Gedanken nicht immer schmecken und sie oft recht dröge Kerle sind, so haben sie doch mit ihrem pragmatischen Aufbau immer noch begrenzten Erfolg. Auch wenn ihre Gruppen uns meist nicht nach Jugendbewegung sondern mehr nach Jugendpflege und Lagerzirkus schmecken. Nach dem Fernsehen, nach der Mode hüpfen ist nicht unser Ding. Auch wenn die weltweite Kultur, die Weltmusik, die Weltschlager Elemente haben, die für uns neu und teils faszinierend sind, so werden sie schon schnell als verwässert abgetan. Und die Trend - Firmen und Modeströme, die unsere alten Erkenntnisse oft für kurze Zeit neu aufbrühen, sind nicht unser Ding, sondern werden von uns als Geldschneiderei bezeichnet und abgetan. Dennoch haben wir Chancen, wenn wir nicht verbissen an altem krampfen. Wir haben1.Unsere Öffentlichkeitsaktivitäten soweit wie möglich zu entfalten.2.Gute aktualisierbare „Erfindungen“ des Wandervogels herauszustellen3.Weltweite Fahrten zu propagieren4.Singen und Musizieren mehrstimmig zu entfalten5.Familie zu fördern6.Partnerfindung bei uns zu forcierenMusische Wandervogel - Geschichte – Arbeitspapier 1--Wir haben noch eine Menge an Fragen dazu. Die vorliegenden Daten sind noch nicht alle gesichert. Wir freuen uns, wenn diese Liste korrigiert wird. Es geht uns darum, dass eine kurze übersichtliche Liste erstellt wird, die jedem Wandervogel zugänglich gemacht werden kann.
1896 Schon nach der Gründung der ersten Vorgruppen des Wandervogel wurde gesungen. Vielleicht war das erste Lied „Nach Süden nun sich lenken die Vöglein allzumal“Bald wurde viel aus Studentenliedtextbüchern und aus dem Liederbuch für Deutsche Handlungsgehilfen (Ratibor 1891) gesungen.
1900 Um diese Zeit erschien das erste Heft der Wandervogelzeitschrift.
1901 Der Wandervogel erhielt seinen Namen.
1906 Etwa um diese Zeit erschien der erste Zupfgeigenhansl, (genannt „Hansl“) zusammengestellt von Hans Breuer. Die vierte Auflage von 1911 liegt uns vor. Mit dem 8.-17. Tausend bei Hofmeister in Leipzig. Dort steht schon, dass die Lieblieder des Wandervogel von Bierlied, Scheffel, Arie, Moritat und Turnerlied zum schlichten Volkslied gewechselt habe. Auch die uns vorliegende sechste Auflage erschien 1911. Der „Zupf“ erreichte eine Auflage von nahezu einer Million Bücher!
1908 Etwa um diese Zeit wurde der Greif als Wappen geschaffen. War es Hermann Pfeiffer?
1910 Um diese Zeit wurden die ersten Volkstänze getanzt. Zuerst waren es meist Reigen, die vielfach als Kinderreigen noch allgemein in den Landschaften getanzt wurden.
1912 Das erste Volkstanzheft mit Noten und Tanzbeschreibungen im Wandervogel erschien von Anna Helms - Blasche in Hamburg
1912 Märkisches Liederblatt (Januar 1912 Greifswald, Fritz Klämbt) – Das uns vorliegende früheste Lie-derblatt der uns vorliegenden vielen Regionalliederblatt-Sammlungen des Wandervogels.
Fragen:
Was ist das erste Liederbuch/Liederheft, das Dir bekannt ist?
Was war der erste Volkstanz der getanzt oder der gedruckt wurde?
Wann und von wem wurde der erste Greif gemalt?
Bei wem und wann erschien die erste Wandervogelzeitschrift?